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20.10.2017

Unterrichtsausfall im Südwesten gering

Entgegen legitimer Einzelwahrnehmungen vor Ort, fällt an baden-württembergischen Schulen vergleichsweise wenig Unterricht aus. Die Werte liegen zwischen rund 1 Prozent an den Hauptschulen und 4,5 Prozent an Gymnasien und beruflichen Schulen.

Bild: l i g h t p o e t - Shutterstock / ArGe Medien im ZVEH

Immer wieder mal kommen auch von E-Handwerkbetrieben Klagen über zu viel Unterrichtausfall an Schulen auf. Dabei wird nicht immer hinreichend differenziert, an welcher Schulart der Unterricht ausfällt und warum. Fällt beispielsweise ein Fachlehrer im Blockschulunterricht aus gesundheitlichen Gründen aus, kann rasch eine Lücke bei der Unterrichtsversorgung entstehen. Die Erwartung, dass dann umgehend eine gleichwertige Lehrkraft den Unterricht übernehmen kann, ist jedoch sicherlich überzogen. Schließlich gibt es auch in Unternehmen meist keine „Standby-Mitarbeiter“, die kranke Mitarbeiter umgehend ersetzen können. Stattdessen wird die Last - in Schulen wie in Unternehmen - auf die anwesenden Mitarbeiter verteilt und so eine Versorgung der Schüler und Kunden sichergestellt.

Im Bundesvergleich stehen die Schulen im Land gut da
Umso erfreulicher sind die Ergebnisse einer aktuell veröffentlichten Umfrage von „Zeit Online“ und dem Marktforschungsinstitut Statista, die sich auf das Jahr 2016 bezieht. Bundesweit haben sich über 3600 Eltern, Lehrer und Schüler daran beteiligt. In Baden-Württemberg waren es rund 550 Teilnehmer. Während bundesweit schulformübergreifend über 5 Prozent Unterrichtsausfall zu verzeichnen waren, kam Baden-Württemberg mit einer Quote von 3,8 Prozent Unterrichtsausfall vergleichsweise gut weg. Besorgniserregend ist allerdings, dass sich die Zahl gegenüber dem Vorjahreswert (2015: 3,4 % Unterrichtsausfall) verschlechtert hat. Außerdem gilt es festzustellen, dass gemäß der Umfrageergebnisse nur in 3,1 Prozent der ausgefallenen Stunden ein Ersatzunterricht angeboten wurde. Nur ein Drittel der landesweit befragten 128 Schüler waren allerdings der Auffassung, dass ein regulärer Unterricht in den Vertretungsstunden erfolgte.

Unterrichtausfallquoten divergieren nach Schularten
Durch ergänzende Auswertungen des Kultusministeriums konnte zudem ermitteln werden, wie hoch der Unterrichtsausfall an den einzelnen Schularten ist. Im Jahr 2016 beliefe sich der Unterrichtsausfall an den Grundschulen auf 1,2 Prozent, an Hauptschulen auf 3,5 Prozent, an Realschulen auf 4,0 Prozent und an Gymnasien sowie in – in den E-Handwerken besonders relevanten – Berufsschulen 4,5 Prozent. Da es derzeit nicht an Stellen sondern an Lehrerinnen und Lehrer mangle, ließen sich diese Werte kurzfristig kaum spürbar verbessern lassen, konstatierte Susanne Eisenmann. Insbesondere mit der beginnenden Krankheitswelle ab November, könne es auch in diesem Jahr wieder zu punktuellen Engpässen können, so die baden-württembergische Kultusministerin.

Alle Beteiligten wollen eine bestmögliche Unterrichtsversorgung
Folgendes Fazit lässt sich ziehen: Unterrichtsausfall ist immer unangenehm, letztendlich aber nicht vollständig zu vermeiden. Baden-Württemberg steht vergleichsweise gut da, bleibt aber selbstverständlich nicht von Krankheitswellen verschont. Schulen und Politik sind jedoch bemüht, dem Problem auf unterschiedlichen, realisierbaren Ebenen entgegenzutreten und den allergrößten Teil des ausgefallenen Schulunterrichts durch Vertretungen zu kompensieren. Da dieser pragmatische Ansatz gerade auch an Berufsschulen nicht immer zu einer „Premium-Lösung“ führen kann, ist sowohl bei Berufsschülern als auch und deren Ausbildungsbetriebe etwas Flexibilität gefragt. Zur „dualen Partnerschaft“ im Rahmen der Berufsausbildung gehört dies praktisch dazu. Bestehen dagegen strukturelle Personalengpässe an Berufsschulen, die sich immer und immer wieder auf die Berufsausbildungsqualität in einzelnen Regionen negativ auswirken, ist dies eine andere Geschichte. Aufgrund des Fachkräftemangels - in manchen, vor allem ländlichen Regionen gilt das eben auch für Fachlehrer bzw. Lehrkräfte -  ist aber auch die Grundversorgung mit Lehrkräften nur schwer herzustellen. Eisenmann verdeutlicht dazu, dass die Durststrecke bei der Lehrerunterversorgung landesweit betrachtet noch bis in das Jahr 2021 anhalten kann.

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