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23.08.2017

Studie: Energieeffizienz von Kleinbetrieben im Handwerk

Das ifh-Göttingen, das auch stets die Konjunkturumfragen für den Fachverband erstellt, analysiert in einer neuen Studie den Umgang von Klein- und Kleinstbetrieben im Handwerk, die oft Auftraggeber des E-Handwerks sind, mit dem Thema der Energieeffizienz.

Bild: LeoWolfert - Shutterstock / ArGe Medien im ZVEH

Wirtschaftlichkeit als Kernkriterium
Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz werden im Handwerk vor allem mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit umgesetzt. Die Unternehmen orientieren sich eher an Rentabilität und Amortisationsdauer statt an ökologischen Effekten. Einen differenzierten Blick auf den Umgang der Handwerksbetriebe mit dem Thema Energieeffizienz gibt jetzt eine Kurzstudie des ifh Göttingen. Sie stützt sich auf eine gemeinsame Umfrage von sechs westdeutschen Handwerkskammern und zeichnet vor allem ein Stimmungsbild bei Kleinst- und Kleinbetrieben der „Wirtschaftsmacht von nebenan“.

Größe des Unternehmens ist entscheidend
Bei der Aufarbeitung der Umfragedaten haben die Göttinger Wissenschaftler herausgefunden, dass die Unternehmensgröße einen entscheidenden Einfluss auf die Gewichtung des Themas Energieeffizienz hat. Letztlich liegt es am Wissen über Energiekosten, ob der Unternehmer überhaupt aktiv wird. Je größer der Betrieb und damit je arbeitsteiliger er aufgestellt ist, umso eher sind die Energiekosten bekannt, werden Fördermittel genutzt oder Energieberater zu Rate gezogen. Kleinstbetriebe hingegen, in denen die strategischen Entscheidungen nahezu ausschließlich vom Chef und Inhaber zusätzlich zum Tagesgeschäft gefällt werden müssen, greifen meist auf niedrigschwellige Informationen vom Energieversorger, auf Herstellerangaben oder aus dem Internet zurück.

Immobilienbesitzer sind aktiver
Hat sich der Handwerksunternehmer einmal dazu entschieden, Energieeffizienz-Maßnahmen (EEM) durchzuführen, hängt ihre Anzahl vom Immobilienbesitz-Status, vom Handwerkszweig und von der Größe des Unternehmens ab. Bäcker und Friseure führen vergleichsweise viele Sanierungsmaßnahmen durch, kleinere Unternehmen eher selten. Die zugrunde liegenden Umfragen geben außerdem Hinweise darauf, dass Immobilienbesitz die Zahl der Sanierungsmaßnahmen im Vergleich zu Miet-Immobilien erhöht.

Nicht unbedingt überraschend
„Die Erkenntnisse überraschen die Betriebe aus dem E-Handwerk nicht wirklich“, so Präsident Thomas Bürkle. „Diese Erfahrungen haben schon viele unserer Mitgliedsunternehmen gemacht. Die wissenschaftliche Feststellung hilft jedoch vielleicht, gezielte unterstützende Maßnahmen für diese Kleinstbetriebe zu entwickeln. Die Studie zeigt aber auch, dass die Einschaltung der Fachbetriebe aus dem E-Handwerk immer dann wichtig ist, wenn es darum geht eine strategische Entscheidung zu treffen, die mittel- bis langfristig angelegt ist. Denn oftmals – nicht zuletzt aufgrund der gegenwärtig relativ niedrigen Energiekosten – dauern die Amortisationszeiten von Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen zu lange, um entsprechende Maßnahmen zu realisieren.“ 29,1 Prozent gaben dies zumindest als Grund für die Nichtdurchführung an.

Bezugsquelle
Die Studie des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk (ifh) an der Universität Göttingen „Energieeffizienz in Klein- und Kleinstunternehmen des Handwerks“, von Petrik Runst und Axel Bettendorf, erscheint als Band 16 der Schriftenreihe „Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung“, ISSN 2364-3897 und kann » hier heruntergeladen werden.

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